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Mami. Der schönste Name, den ich trage.

Das Schwerste in meinem Expat-Abenteuer war, dass mein Sohn nicht mehr täglich um mich herum ist. Da darf ich bis heute noch immer wieder reinwachsen. Umso schöner und wertvoller ist die Zeit, die wir dann miteinander verbringen. Umso süßer klingt es für mich, wenn mich seine tiefe Männerstimme „Mami“ ruft.


„Solange deine Kinder klein sind, gib‘ ihnen Wurzeln. Wenn sie größer werden, schenk‘ ihnen Flügel …“. Das war mein Taufspruch für ihn. Es erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit zu sehen, wie tief verwurzelt unsere Liebe ist. Wie verwurzelt und wohl er sich in seiner Familie fühlt. Und wie fest verwurzelt er vor allem in sich selbst ist. Denn er ist sein eigener Mensch. Frei.


Dieser junge Mann hat seine Flügel gespreizt und ist aus dem Nest geflogen. Auf ins Leben. Vergnügt, voller Pläne und Träume, für die er auch geht. Selbständig, eigenständig, mit einem klarem Wertekompass. So viel Ruhe und Klarheit in sich tragend. Liebe und Weisheit. Voller Demut und mit weitem Herzen beobachte ich, wie dankbar und zufrieden er ist, bewusst und wertschätzend, aufmerksam, hilfsbereit, respektvoll und herrlich humorvoll. Ich lausche voller Staunen seinen Gedanken und Perspektiven aufs Leben. Kinder sind unsere größten Lehrer. Auch, wenn’s ums Loslassen und Vertrauen geht.


Als ich damals aus Deutschland aufbrach, sagte mein Sohn zu mir: „Mama, du hast mir beigebracht zu fliegen. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch du wieder deine Flügel spreizt …“

Und so fliegen wir beide.


Unser gemeinsames Nest ist nicht mehr nur Deutschland. Es ist auch Dalmatien geworden – und wer weiß, welche Plätze auf dieser Welt sonst noch dazu kommen. Wir sind Reisende. Unser Zuhause ist die tiefe unverbrüchliche Liebe füreinander. Heimat das Gefühl, in uns selbst und miteinander verwurzelt zu sein. Mami ...



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